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CHRISTIAN RENK
Am 1. September 2003 begann mein von „Jugend forscht“
gestiftetes vierwöchiges Forschungspraktikum in der Tourismuszentrale
Fränkische Schweiz in Ebermannstadt.
Eine längere Zeit in der Tourismuszentrale, der überregionalen
eigenständigen Zentralverwaltung für den Fremdenverkehr
in der Fränkischen Schweiz, zu arbeiten war sozusagen die logische
Fortsetzung meiner Arbeit „Der Fremdenverkehr in der Fränkischen
Schweiz früher und heute – ausgewählte geographische
Aspekte“. Dadurch wurde mir die Möglichkeit eingeräumt
meine Forschungsergebnisse mit praktischen Erfahrungen zu untermauern
und zu ergänzen und einen Einblick in das tägliche „Geschäft
mit den Fremden“ zu gewinnen.
In der ersten Woche, die ich unter dem Schlagwort „Eingewöhnungsphase“
zusammenfassen möchte, wurde ich zunächst in die täglich
anfallenden Büroarbeiten eingewiesen. Dazu gehörten unter
anderem Post- und Bankgeschäft, aber auch Bearbeitung der per
Email, Fax, Postweg oder Telefon eingehenden Prospektanforderungen.
Hierfür wurden sämtliche Anfragen in eine Datenbank eingegeben,
anschließend als Serienbrief ausgedruckt und am Nachmittag
mit den entsprechenden Broschüren einkuvertiert. Zeitgleich
wurde ich damit beauftragt, eine Erfassung der Gesamtbettenanzahl
in der Fränkischen durchzuführen. Nur sporadisch kam ich
in der Folgezeit dazu die Bettenzahlen der einzelnen Gemeinden zu
erfassen, in dem ich Unterkunftsverzeichnisse durchstöberte
und mit den Touristinformationen vor Ort oder direkt mit Beherbergungsbetrieben
Kontakt aufnahm.
In der ersten Woche stand zudem eine Pressereise dreier britischer
Journalisten an, die ich zum Teil alleine bei Ihrer Besichtigungstour
durch die Fränkische begleiten sollte.Am Donnerstagabend begrüßten
Herr Löwisch von der Tourismuszentrale und ich die drei britischen
Journalisten, die Reiseleiterin von Bayerntourismus und den Busfahrer
in Gräfenberg. Bei der Brauerei „Lindenbräu“,
einer der 71 Brauereien in der Fränkischen (höchste Brauereidichte
der Welt), erhielten wir eine fachkundige Führung inklusive
Bierprobe und Besuch des hauseigenen Brauereimuseum. Den restlichen
Abend verbrachte man gemeinsam beim Abendessen im Hotel der Journalisten.
Am Freitag standen die Besichtigung der Tropfsteinhöhle „Teufelshöhle“
bei Pottenstein, das „Fränkische-Schweiz-Museum“,
die Wallfahrtsbasilika in Gößweinstein, Besuch und Führung
durch eine Schnapsbrennerei in Moggast und im Anschluss an die Begrüßung
durch den Oberbürgermeister eine Führung durch die historische
Altstadt von Forchheim auf dem Programm.
Aufgrund eines Berichts in der ADAC-Motorwelt über eine mehrtägige
Wandertour durch die Fränkische kam es in der zweiten Septemberwoche
zu einem regelrechten Anfragesturm weshalb ich und eine Kollegin
die meiste Zeit damit beschäftigt waren auf die Wünsche
der Anrufer aus dem gesamten Bundesgebiet einzugehen. Am Sonntag,
dem 14. September fand der alljährliche Fränkische-Schweiz-Marathon
von Ebermannstadt zur Sachsenmühle und zurück nach Forchheim
statt. Auf mein Angebot hin nahm ich am Marathon als Inlineskater
teil. Ziel und Zweck war es vom Streckenabschnitt durchs mittlere
Wiesenttal Bilder zu machen, da man dort nur als Teilnehmer hingelangte
und in den Jahren zuvor ergo keine oder nur wenige Aufnahmen gemacht
wurden.
In der dritten Woche hatte die Auslieferung einiger Prospekte Vorrang.
Zunächst holten wir diese am Dienstag bei der Druckerei in
Nürnberg ab, am Donnerstag und Freitag war es meine Aufgabe
die Broschüren an 56 Gastronomiebetriebe in der gesamten Fränkischen
Schweiz auszuliefern.
Auch in der vierten Woche ging es zunächst um die Auslieferung
einiger Prospekte, diesmal allerdings an sämtliche Bahnhöfe
der Gegend. Den Rest der Woche nutze ich um mir die fehlenden Unterkunftsnachweise
zu beschaffen und die Bettstatistik zu vervollständigen, Prospektanfragen
zu bearbeiten und Gäste zu beraten.
Am letzten Tag kam es noch zu einer Art „Ernstfall“.
Weil am Vormittag eine Sitzung aller Touristikbüros der Fränkischen
angesetzt war und alle Kollegen daran teilnahmen, hatte ich das
„Regiment“ über die Tourismuszentrale alleine zu
führen. Überraschenderweise fand ich mich gut zurecht,
ohne im Notfall bei Unzulänglichkeiten einen Ansprechpartner
zu haben.
Während der gesamten vier Wochen hatte ich eine Ferienwohnung
in Ebermannstadt gemietet, von der ich es nur knapp einen Kilometer
zur Arbeitsstelle hatte. An dieser Stelle möchte ich mich für
die Finanzierung der Unterkunft beim Sponsorpool von „Jugend
forscht“ ganz herzlich bedanken.
Abschließend lässt sich sagen, dass mir das Praktikum
viel Spaß gemacht hat, ich viele interessante Dinge erfahren,
gelernt und gesehen habe und mir die Möglichkeit gegeben wurde
einen Einblick in die „Frontarbeit“ des Tourismus zu
gewinnen. Auch der ständige Kontakt mit neuen und fremden Leuten
hat mir sehr gefallen. Unter den Kollegen herrschte eine ausgesprochen
positive, freundschaftliche, lockere und offene Atmosphäre,
so dass es mir nicht schwer fiel mich von Anfang sehr wohl in meiner
Praktikumsstelle zu fühlen. Oftmals erhielt ich interessante
Erläuterungen auch über den Bereich des Fremdenverkehrs
hinaus und stieß mit meinen Fragen oder Vorschlägen stets
auf ein offenes Ohr. Ich möchte mich hiermit bei Herrn Löwisch,
Herrn Bauer, Frau Pfaff und Frau Bonhorst ganz herzlich für
die schöne und interessante Zeit in der Tourismuszentrale Fränkische
Schweiz bedanken.
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