Altes Verfahren neu entdeckt

Kernfusion im Kugelreaktor

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Max Bigelmayr, Magnus Anselm und Sebastian Glasl griffen zur Wettbewerbsrunde 2008 das fast vergessene Prinzip der Kernfusion mittels elektrostatischem Trägheitseinschluss wieder auf. Sie konstruierten einen tragbaren Kugelreaktor, dessen Effizienz sie durch den Einbau einer neuartigen sphärischen Ionenquelle verbesserten. Zusätzlich entwickelten sie ein flexibles Vakuum-Kontrollsystem, eine ausgeklügelte elektronische Messdaten-Erfassung und eine leitungsfähige Hochspannungserzeugung. In ersten Experimenten konnten sie die Neutronenerzeugung durch Fusion in Deuterium-Plasma nachweisen. Auch wenn die Energie des Reaktor nicht ausreicht, um ein funktionsfähiges Kraftwerk zu bauen, so gibt es dennoch vielfältige Möglichkeiten der Anwendung, etwa in der Fusionsforschung.

Gruppensprecher Max Bigelmayr war bereits 2006 Preisträger des Sponsorpools gewesen und konnte als Praktikant bei E.ON Bayern im Bereich Starkstrom wertvolle Erfahrungen sammeln. Der Sponsorpool Bayern hat die Gruppe im Vorfeld mit einer Sonderförderung unterstützt. Damit konnte teure Messtechnik finanziert und die voluminöse Anlage aus dem Labor der Tüftler zu den verschiedenen Wettbewerbsorten transportiert werde. Beim Bundeswettbewerb in Bremerhaven wurden die Jungforscher aus Bayern mit dem Sonderpreis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ausgezeichnet. Vom 13. bis 20. Juli konnten sie ihr außergewöhnliches Projekt auf der 7th Expo-Sciences Europe 2008 in Budapest präsentieren.