Florian Corell und Patrick Halboth sammeln Praxiserfahrung

Forschungspraktikum beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Forschungspraktikum beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR): Jungs 421c64fd

Im Rahmen unseres Forschungspraktikums beim DLR bzw. bei der MORABA (Mobile Raketenbasis), das wir beim Jugend Forscht Landeswettbewerb Bayern 2013 gewonnen haben, besuchten wir das DLR in Oberpfaffenhofen und verbrachten eine Woche auf Esrange (European Space and Sounding Rocket Range), einem Ballon- und Raketenstartplatz bei Kiruna in Nordschweden, wo wir zwei Forschungsballonstarts miterleben konnten.

Beim DLR in Oberpfaffenhofen zeigte uns Alexander Schmidt das Gelände und wir erhielten Einblicke in unterschiedliche Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, wie z.B. in die Robotik-Abteilung, in den Flugzeughangar, in die Kontrollstation des deutschen ISS-Moduls und in die Raketenfertigung. Desweiteren wurde unser „Project Skywalker“, das Patrick für seine Facharbeit entwickelt hat, begutachtet und für den geplanten Ballonstart in Schweden angemeldet. Das Experiment misst jede Sekunde sowohl die Innen- als auch die Außentemperatur, die Luftfeuchtigkeit und den Luftdruck und speichert diese Messdaten auf einer SD-Karte.

Vom 5. bis zum 13. Oktober besuchten wir die Esrange in Schweden und verfolgten die BEXUS 16/17 –Kampagne, bei der Studenten aus ganz Europa Experimente in der Stratosphäre durchführten.

Da unser Flug von Frankfurt nach Stockholm verspätet war, verpassten wir den Anschlussflug nach Kiruna, wodurch wir in Stockholm in einem Hotel übernachten mussten bzw. durften. Wir nutzten die Gelegenheit, Stockholm zu besichtigen, was auf jeden Fall ein Ausgleich zur verspäteten Ankunft in Kiruna war.

Nach der Landung in Kiruna wurden wir von Alexander Schmidt und Stefan Völk vom DLR am Flughafen abgeholt und uns wurde kurz Kiruna gezeigt. Auf Esrange angekommen bezogen wir unsere Zimmer und wurden in die Sicherheitsvorschriften eingewiesen.

Am Folgetag testeten wir nach einem kurzen Morgenmeeting, bei dem wir vorgestellt wurden, unser Experiment und bauten es zusammen mit einem anderen Experiment in die Ballon-Gondel ein. Im Anschluss besichtigten wir den Raketenfriedhof auf Esrange, auf dem ausgebrannte Raketenstufen und alte Ballonhüllen zu sehen waren. Am Abend hatten wir das Glück, Nordlichter und viele Sternschnuppen bei sternenklarer Nacht zu beobachten.

Der Beginn des vierstündigen Countdowns für den ersten BEXUS-Ballon wurde auf Dienstag vier Uhr früh gelegt. Der eigentliche Start erfolgte mit Verspätung um ca. 10:30 Uhr. Die Gondel konnte gegen Abend geborgen werden und wurde in der Nacht zurückgebracht.

Am Mittwoch konnten wir unsere Aufzeichnungen auswerten und mit anderen vergleichen. Darüber hinaus wurde uns die Telemetriestation der MORABA von zwei Mitarbeitern gezeigt und erklärt.

Am nächsten Morgen haben wir einen Raketenexperten auf den Raketenfriedhof begleitet, der dort ausgebrannte Raketenmotoren untersucht hat, da bei einem anderen Motor von diesem Typ ein Fehler aufgetreten war.  Der zweite BEXUS-Ballonstart erfolgte am Abend um ca. 18:15 Uhr. Diesmal beobachteten wir den Ballonstart vom Radarhill aus, einer Anhöhe mit gutem Blick auf den Ballonstartplatz.

Am Samstag machten wir zusammen mit Stefan Völk einen Ausflug nach Narvik in Norwegen, das an einem Fjord liegt, und lernten auf der sechsstündigen Fahrt die Gegend mit ihrer Vegetation und Tierwelt kennen. Am Abend nahmen wir an der Abschlussfeier teil und hatten noch einmal das Glück, die beeindruckenden Polarlichter zu beobachten.

Der Heimflug verlief ohne Probleme. Am nächsten Morgen sind wir schon wieder in die Schule gegangen.

Der Aufenthalt in Schweden und auch der Tag in Oberpfaffenhofen haben uns sehr gut gefallen. Neben den „touristischen“ Highlights wie Stockholm, den Polarlichter oder dem Ausflug nach Narvik, erhielten wir auch sehr interessante Einblicke in die Abläufe einer internationalen Forschungskampagne. Wir hatten außerdem viele Gespräche, unter anderem mit den an der BEXUS-Kampagne teilnehmenden Studenten aus Deutschland, Italien, Schottland, Spanien und Ungarn, die uns ihre Experimente erklärten.

Florian Corell, Patrick Halboth